In Kürze: Kindergeld ab 2016 / Flüchtlingshilfe

Posted by on Okt 30, 2015 in Allgemein, Einkommensteuer
In Kürze: Kindergeld ab 2016 / Flüchtlingshilfe

Die Voraussetzungen für die Auszahlungen des Kindergeldes wurden erweitert. Und wer Flüchtlingen helfen möchte, kann hierfür steuerliche Vorteile in Anspruch nehmen.

Kindergeld ab 2016 – Nur bei Vorliegen der ID-Nummern

Ab dem kommenden Jahr wird das Kindergeld nur ausgezahlt, wenn der Familienkasse sowohl die persönlichen ID-Nummern beider Eltern als auch die ID-Nummer des Kindes bzw. der Kinder vorliegen. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass womöglich beide Elternteile das volle Kindergeld für einen Zögling erhalten.

Die ID-Nummer wird seit dem Jahr 2008 an alle in Deutschland steuerpflichtigen Bürger zur eindeutigen Identifikation im Steuerverwaltungsverfahren vergeben. Zuständig hierfür ist das Bundeszentralamt für Steuern. Die ID-Nummer findet sich u.a. auf dem Einkommensteuerbescheid sowie auch auf der elektronischen Lohnsteuerjahresbescheinigung.

Wem bisher keine Identifikationsnummer erteilt wurde, der sollte diese also umgehend beim Bundeszentralamt für Steuern beantragen. Die Bearbeitungszeit beträgt ca. vier Wochen. 

Zunächst soll die Familienkasse einen Abruf der ID-Nummern bei dem Bundeszentralamt für Steuern selbständig und IT-gestützt durchführen können. Wenn allerdings die Kindergeldzahlungen im kommenden Jahr ausbleiben, empfiehlt es sich, zeitnah die Familienkasse anzuschreiben und die ID-Nummern mitzuteilen.

Quelle: Haufe-Online

Unterhaltszahlungen an Flüchtlinge absetzen

Wer in diesen Tagen einem Flüchtling hilft, indem er der hilfesuchenden Person Unterhalt zahlt oder sie im eigenen Haushalt aufnimmt, kann die hierfür entstehenden Aufwendungen unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich geltend machen. Im Bereich der „außergewöhnlichen Belastungen“ kann ein Betrag von bis zu EUR 8.472,00 jährlich abgezogen werden. Dies ermöglicht ein Schreiben des Bundesministerium für Finanzen vom 27. Mai 2015. Folgende Voraussetzungen müssen allerdings erfüllt sein:

  • Der Steuerpflichtige muss eine Verpflichtungserklärung nach § 68 AufenthG abgegeben haben und damit sämtliche Kosten zur Bestreitung des Unterhalts der Person übernehmen. Dies betrifft neben der Versorgung mit Wohnraum auch die Versorgung im Krankheitsfalle und bei Pflegebedürftigkeit.
  • Die hilfesuchende Person muss eine Aufenthalts- und Niederlassungserlaubnis haben (§ 23 AufenthG).

Grundsätzlich müssen die entstanden Kosten belegbar sein, es sei denn, die hilfesuchende Person lebt im Haushalt des Steuerpflichtigen. In letzterem Fall wird der Ansatz des Höchsbetrages in der Regel von den Finanzämtern akzeptiert, ohne das Rechnungen und Quittungen vorgelegt werden müssen.

Quelle: § 33a EStG, Lohnsteuerhilfe.net und Bundesministerium der Finanzen